FKFS Veranstaltungen

2026 Stuttgart International Symposium
on Automotive and Powertrain Technology

8. - 9. Juli 2026

Session: Autonomous Driving | | 09:00 - 09:30

5 Minute Pitch: Kommunikationsschnittstelle zwischen SAE-Level 4 ÖPNV Shuttle und Technischer Aufsicht basierend auf der VDA 5050

Jonas Klotsche, Technische Universität Dresden

Der Einsatz automatisierter Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stellt nicht nur hohe Anforderungen an die automatisierten Fahrfunktionen, sondern erfordert auch robuste Konzepte für die Kommunikation mit einer Technischen Aufsicht, wie sie das Gesetz zum autonomen Fahren (GaF) vorschreibt. Vor diesem Hintergrund adressiert das Forschungsverbundvorhaben ABSOLUT II die zentrale Problemstellung, den bisher im Fahrzeug benötigten Sicherheitsfahrer durch eine Technische Aufsicht in der Leitstelle zu ersetzen, die in Fahrzeug und Leitstelle notwendige Technik samt erforderlichen Schnittstellen bereitzustellen. Im Rahmen von ABSOLUT II wird die durch das GaF im öffentlichen Verkehrsraum zugelassene indirekte Teleoperation umgesetzt, bei der die Technische Aufsicht vom Fahrzeug vorgeschlagene Fahrmanöver freigeben kann, falls das Automatisierungssystem an seine Grenzen gelangt. Hierfür muss die Technische Aufsicht in der Lage sein, die Situation des automatisierten Fahrzeugs hinreichend erfassen und bewerten zu können. Der vorliegende Beitrag fokussiert sich auf die Entwicklung einer Kommunikationsschnittstelle zwischen SAE-Level 4 ÖPNV Shuttle und Technischer Aufsicht. Als Grundlage hierfür dient die VDA 5050, eine Empfehlung des VDA (Verband der Automobilindustrie) für die Kommunikation zwischen fahrerlosen Transportsystemen und einer Leitzentrale der Intralogistik. Die Erweiterung für den ÖPNV umfasst die Spezifikation zur Übertragung von Manövervorschlägen und -freigaben sowie zusätzlicher Fahrzeugzustandsdaten und Steuerkommandos. Besagte Kommunikationsschnittstelle wird gegenwärtig in ein automatisiertes VW e-Crafter Shuttle integriert. Das Zusammenspiel mit der Technischen Aufsicht wird in Form von Feldtests auf einer Teststrecke in Leipzig im ersten Quartal dieses Jahres erprobt. Erst mit Verfügbarkeit einer derartigen zugelassenen technischen Referenzlösung können mehrere automatisierte Fahrzeuge durch einen einzelnen Menschen betreut werden. Damit leistet das Forschungsverbundvorhaben ABSOLUT II einen Beitrag zur wirtschaftlichen Skalierung des automatisierten ÖPNVs und damit einen gesellschaftlichen Mehrwert zur Mobilitätssicherung auch am Stadtrand bzw. im ländlichen Raum.